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Umdenken bereits in der Schule fördern!

Wenn wir krank sind, gehen wir zum Arzt. Der verschreibt einem bei Bedarf Medikamente oder Kiné-Stunden. Alles „normal“. Ist der Gang zum Arzt genauso selbstverständlich für uns, wenn uns etwas seelisch belastet?


Hier sollte ein Umdenken gefördert werden - am besten schon in der Schule. Schüler*innen müssen mehr als bisher für den Umgang mit der mentalen Gesundheit sensibilisiert werden. Sie sollten viel besser darüber informiert und dazu ermutigt werden, bei Bedarf um Hilfe zu bitten und ganz besonders muss klar gemacht werden: Keiner muss sich schämen.


Laut einer EU-Studie waren bereits 2016 17,9% der Belgier von psychischen Krankheiten betroffen. In den letzten Monaten haben sich die Berichte um den Zustand der mentalen Gesundheit der Jugendlichen aufgrund der anhaltenden Sicherheitsmaßnahmen zunehmend vermehrt. Ende 2020 berichtete das GrenzEcho in einem Artikel, dass sich laut einer Studie des Hamburger Universitätsklinikums mehr als 70 % der Kinder und Jugendlichen durch die Corona-Krise seelisch belastet fühlten. Stress, Angst und Depressionen hätten zugenommen.


Auch der Rat der Deutschsprachigen Jugend (RdJ) verfasste ein Gutachten zum Einfluss der föderalen Maßnahmen im Rahmen von Covid-19 auf Jugendliche der DG. Darin schrieben sie: „Sie (die Jugendlichen) wurden plötzlich aus ihrer gewohnten sozialen Umgebung in der Schule, mit Freunden, in Jugendeinrichtungen oder in Sportvereinen gerissen. Dies kann einen prägenden Einfluss auf die Identitätsentwicklung und Zukunft der Jugendlichen haben und dazu führen, dass sie vermehrt Zukunftsängste entwickeln und einen psychischen, emotionalen Druck empfinden.“


Natürlich gibt es bereits gewisse Anlaufstellen, die von Betroffenen kontaktiert werden können oder Kampagnen, die zu dieser Thematik sensibilisieren. Dennoch sollte man die Reichweite und Präsenz dieser Hilfen in unseren Augen nochmal überprüfen und deutlich mehr darin investieren.


Fühlst du dich oft down, allein, ausgelaugt oder wird dir alles zu viel? Rede darüber! Familie oder gute Freunde können ein Anfang sein. Sollte das nicht möglich sein, kannst du dich auch an das Beratungs- und Therapiezentrum oder die anonyme Telefonhilfe wenden. Alles ist besser als nichts tun! Und solltest du mal auf der anderen Seite stehen und jemand vertraut sich dir an, versuche nicht das Problem kleinzureden. Höre einfach zu und sei da. Ein Gespräch führt vielleicht nicht direkt zur Heilung, aber es tut dem Betroffenen definitiv gut.


Lukas Teller & Shirin Tjandra, Vorsitzende der Jungen Mitte

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